Unterwegs mit Foyer Esquimaux

Das 33. Partnerschaftstreffen zwischen der DAV-Sektion Wangen und dem französischen Wanderclub Foyer Esquimaux aus La Garenne-Colombes fand vom 1. bis 4. Mai dieses Jahres in Bad Kreuznach statt.

Nach der Anreise und Zimmerbezug in der Juhe Bad Kreuznach begrüßte die Delegation aus Wangen ihre französischen Gäste mit einem zünftigen Vesper. Danach gab es eine Stadtführung in deutscher und französischer Sprache, die von der Altstadt bis zu den Gradierwerken im Salinental führte. Dort wurde aus salzhaltigen Quellen das Wasser mit Hilfe von Wasserrädern aus der Tiefe an die Oberfläche gefördert. Dieses salzhaltige Wasser wird heute noch in den Salinen – das sind Wände aus Schwarzdornhecken – auf die Krone gepumpt und rieselt von oben über diese Dornenwand hinunter. Bei günstigem Wind werden etwa 15 % der herabrieselnden Sole als Aerosole durch den Wind fortgetragen und sind eine Wohltat für die Atemwege, weshalb entlang der Dornenmauern Sitzbänke für die Besucher aufgestellt sind.

Am nächsten Tag folgten wir dem Rundwanderweg TourNatur, der uns zunächst durch mehr oder weniger dichten Krüppeleichenwald zum Aussichts-punkt Gans führte. Wenig später erreichten wir die Burgruine Rheingrafenstein, von wo wir einen umfassenden Ausblick auf das Nahetal mit Bad Münster am Stein genießen konnten.  Über Treppen führt ein Serpentinenweg hinunter durch das Huttental bis ans Ufer der Nahe. Dort wartete schon ein Fährmann  auf uns, der uns sogleich mit seiner handgezogenen Fähre an andere Ufer be-förderte. Beim Kurhaus in Bad Münster am Stein gab es dann eine Pause.

Wenig später zeigte sich erstmals mit Blick über das Wiesenland die mächtige Steilwand des Rotenfelsmassivs. Der vulkanische Rhyolithblick bildet auf einem Kilometer Länge die höchste Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien. Durch Weinberge ging es bald steil auf engem, felsigen Pfad hinauf auf das Rotenfelsmassiv zum Aussichtspunkt Bastei. Hier erleben wir einen grandiosen Fernblick über das Nahebergland bis zum höchsten Berg der Pfalz, dem 687 m hohen Donnersberg. Der Weiterweg führte uns dichten Kastanienwald, zuletzt durch einige Serpentinen hinunter ins Nahetal, wo wir beim Gradierschauwerk eine Einkehr in der dortigen Wirtschaft einlegten, bevor es wieder bergauf zur Juhe ging.

Der dritte Tag begann mit einer Busfahrt nach Oberhausen an der Nahe. Von dort führte der Weinwanderweg Rhein-Nahe vorbei an Schlossböckelheim wenig später hinauf auf den Heimberg, wo ein 30 m hoher Aussichtsturm einen herrlichen Ausblick auf die Weinberge des Nahetals ermöglichte.  In Boos konnte noch ein römischer Gewölbekeller besichtigt werden, bevor es zur Klosterruine Disibodenberg ging, wo einst im Jahre 1112 die Heilige Hildegard von Bingen im Kloster lebte und ihr Gelübte ablegte. Nach fast 4-stündiger Wanderung war hier eine wohlverdiente Pause angesagt und dazu gab es sogar noch Kaffee und Kuchen von der Museumsleiterin.

Während ein Teil der Gruppe vom Bahnhof Staudernheim alsbald zurück nach Bad Kreuznach fuhr, wanderte der Rest der Gruppe noch weiter nach Bad Sobernheim. Dieser Teil des Weges entpuppte sich sehr kurzweilig, da ein ziemlich neu errichteter Barfußpfad lockte, die Schuhe auszuziehen und barfuß über Steine, Sand, Hackschnitzel, Rundhölzer, Späne, Sägemehl und sogar Korken zu laufen und dabei der Fußgesundheit was Gutes zu tun. Höhepunkt war aber die Überquerung der Nahe an einem Sicherungsseil und das kalte Wasser reichte bis weit über die Knie, sodass auch die Hosenärmel nicht ganz trocken blieben. Am Ende des Pfades in Bad Sobernheim hieß es wieder die Nahe zu überqueren, diesmal aber eine Seilbrücke oder mit einer selbst zu bedienenden Handfähre – eine tolle Idee!

Am Abend verwöhnte uns dann die Küche der Juhe mit einem festlichen Menue . Danach tauschten die Gruppen ihre Geschenke aus und Daniel bedankte sich für die Einladung nach Bad Kreuznach und die Organisation des Treffens.

Bevor es am letzten Tag Abschied nehmen hieß, gab es noch eine 2-stündige Wanderung durch den üppig grünen Mischwald von Bad Kreuznach. Diese endete im Weingut Rosenhof, wo wir bei einem wohlriechenden Flamm-kuchen und Wein unser 33. Treffen beendeten.