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Weitgehend vom Wettergott geküsst …

… waren die 51 Teilnehmer der diesjährigen DAV-Bergwoche, die vom 30. Juli bis 5. August 2012 die Schönheit in den Sextner Dolomiten genossen.

Sicher gefahren von Mario Sohler (und getränketechnisch charmant versorgt von Tochter Sofia) kamen wir Montags am frühen Nachmittag in Niederrasen an, wo wir im „Brunnerhof“ unsere Zimmer bezogen. Und noch am Nachmittag ging es auf die erste „Eingewöhnungstour“ in der Umgebung. Die altbewährten Tourenführer Hubert Weber und Helmut Keller führten ihre Gruppe zum Mudlerhof bzw. zur Ruine Neurasen, während der neu dazu gewonnene Tourenführer Rainer Willibald mit seiner Gruppe zu den Erdpyramiden wanderte. Bei trockenem Wetter gestartet, erwischte uns alle auf dem Rückweg ein heftiges Gewitter. Bis auf die Haut durchnässt beschlossen wir, dass wir hiermit allen Regen für diese Woche abgearbeitet hatten … und dem war dann auch so!

Am Dienstag fuhr Mario uns bei strahlendem Sonnenschein zur Plätzwiese, von der aus Hubert Weber mit seiner Gruppe den Gaiselkare-Höhenweg erwanderte. Hubert Beck, der als Tourenleiter einsprang, führte seine Gruppe zu den Strudelköpfen. Für diejenigen, die es mit 250 Höhenmetern geruhsamer angehen ließen, wanderte Rainer Willibald zum Knollkopf. Helmut Keller dagegen stieg mit den Seinen die 870 Höhenmeter zum Dürrenstein hinauf. Auf diesen Touren genossen wir das herrliche Panorama dieser gigantischen Bergwelt, aber faszinierend war auch der farbintensive Blumenreichtum, der überall aus dem kargen Kalkgesteingrund wuchs. Der Schnee-Enzian z.B. mit seiner leuchtenden tiefen Bläue schaute einem wie geronnener Himmel vom kargen Boden entgegen. Mit den in der Ferne aufragenden Drei Zinnen bekamen wir schon einen Vorgeschmack auf den nächsten Tag.

Am Mittwoch starteten wir bei Sonne, von Mario sicher gefahren, zu den Drei Zinnen. Inzwischen war eine weitere neue Tourenfüherin eingetroffen: Ursel Heim umrundete mit ihrer Gruppe die Drei Zinnen und den Toblinger Knoten. Helmut Keller leitete seine Gruppenteilnehmer über den Klettersteig Paternkofel, während Hubert Weber mit den seinen den Paternkofel umrundete und die Oberbachernspitze bestieg. Rainer Willibald bewältigte mit seiner Gruppe den Bonacossa-Klettersteig von der Auronzo-Hütte zur Savio-Hütte. Diese majestätische Bergwelt ließ keinen unberührt. In welche Richtung man auch schaute  -  jeder Blick bot atemberaubende Schönheit. Vor allem die Rückseite der drei Zinnen mit ihrer musikalischen Farbigkeit … als ob drei tiefe Gong- oder Glockentöne aufstiegen, mit denen unsere Erde in den Himmel singt… Auf dem Heimweg mit dem Bus legten wir am Misurina-See einen kleinen Zwischenhalt ein, wo wir auf dem Parkplatz die köstlichen Kuchen verspeisten, welche fleißige DAV-Bäckerinnen von zu Hause mitgebracht hatten.

Der Donnerstag führte uns bei herrlichem Sonnen-Wolken-Mix Richtung Sexten wieder in etwas grünere Gefilde, von denen aus wir in die felsigere Welt hinaufstiegen. Die „Bergler“ mit Ursel wanderten zur Sillianer Hütte. Die Gruppe mit Helmut wanderte über die Rotwandwiesen zur Anderteralm, während Hubert mit seiner Gruppe den Karnischen Höhenweg vom Kreuzbergpass zum Helm wanderte. Rainers Gruppe stieg über den Kreuzbergpass zum 2300m hohen Arzalpenkopf auf (wo sie sogar noch Munition aus dem 1. Weltkrieg fanden!) und wanderten weiter zur Bertihütte. Müde und glücklich registrierten wir  -  wie auch an den Abenden zuvor  -  den leisen Nieselregen, der jeweils abends immer genau dann einsetzte, wenn wir wieder im Brunnerhof eintrudelten, wo wir lukullisch auf‘s Feinste verwöhnt wurden.

Am Freitag fuhr uns Mario erneut zum Ausgangspunkt für die Touren. Dieses Mal führte uns der Weg noch einmal zum Misurina-See. Von dort aus machte Ursel mit ihrer Gruppe die Popena-Rundtour, während Helmut zur Fonda Savio Hütte (2367m) aufstieg. Hubert ging mit seinen Teilnehmern den Bonacossa-Steig von der Col de Varda-Hütte zur Savio-Hütte und Rainer wanderte mit seiner Gruppe auf den Monte Piana, wo wir uns mit viel Zeit die erschütternden Spuren der Gebirgskämpfe (1915-1918) ansahen, bei denen 14.000 !! Soldaten dort ihr Leben ließen. Die Landschaft dieser Hochebene ist von solch friedlicher Schönheit, die weißen Kalkbrocken über das Wiesengrün gestreut, wie das Spielzimmer von Riesenkindern, die vergaßen, ihre Bauklötze aufzuräumen … und dazwischen  -  immer wieder die Labyrinthe der teils höhlenartigen Gräben eines einst bitteren Krieges, deren Anblick einen noch heute nicht kalt lässt … eine seltsam anmutende Diskrepanz.

Und schließlich war der da, der letzte Tag: Am Samstag starteten wir zu Fuß vom „Brunnerhof“ aus zu verschieden langen Touren, die letztlich alle beim Mudlerhof endeten, wo wir mit gutem Essen, Gitarrenspiel und Gesang den Nachmittag ausklingen ließen. Als ob er uns zum Abschied noch einmal zeigen wollte, wie gut er es in dieser vergangenen Woche mit uns gemeint hatte, ließ Petrus auf dem Heimweg einen ordentlichen Platzregen über uns niedergehen. Im Brunnerhof wurden wir dann bei einem „Gala-Abend“ aufs Feinste verwöhnt. Kees hielt seine Abschiedsrede, da er und Thekla nach 24 Jahren des Dabeiseins den weiten Weg aus Holland künftig nicht mehr machen wollen; und auch die Leistungen der Tourenführer (Stichwort: Vertrauen!) und die ausgesprochen liebevolle Umsorgung im „Brunnerhof“ wurden gewürdigt.

Am Sonntag brachte uns Mario wieder sicher nach Hause, und wir registrierten diese Mischung aus Vorfreude auf das vertraute Daheim … und der Wehmut, dass es nun wieder Abschiednehmen hieß … Abschied von einer grandiosen Bergwelt … und von so vielen liebenswerten Menschen, mit denen man sich eine Woche lang außerordentlich wohl gefühlt hat. Und über allem lag und liegt  die warme Patina der Dankbarkeit für das Erlebte! Und die Vorfreude auf’s nächste Jahr…