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 Bergwoche 2009 in der wilden Pala im Trentino

  

Mit 51 Teilnehmern waren wir vom 30. August bis zum 06. September in der wilden Pala

in San Martino di Castrozza ca. 1470m unterwegs.

Untergebracht im 3 Sterne Hotel “Jolanda” hatten wir einen sehr guten Ausgangspunkt

für unsere herrlichen Bergtouren.

Durch die Tourenangebote der 4 Tourenführer konnten die schönsten Touren in dieser traumhaften Bergwelt durchgeführt werden.

Dank unseres Busfahrers Mario, hatten wir neben den Bergbahnen auch die Möglichkeit zu schönen Wanderungen vom Rollepass aus oder ins entfernte Valle Canali zu kommen.

Es gab traumhafte Touren zum Monte Mulaz 2906m, zum Castellaz 2333m, auf den Cavallaza und den Tagnazza. Die herrlich gelegenen Colbricon Seen wurden besucht und die Hochebene Alti Piano delle Pala haben wir durchstreift.

Ein Besuch im naturkundlichen Museum und verschiedene Wanderungen im Nationalpark Paneveggio haben uns sehr beeindruckt.

Natürlich kamen die Hüttenbesuche auch nicht zu kurz und mancher wäre gerne noch länger sitzen geblieben bei schönen Liedern und gutem Wein.

Das herrliche Wetter trug dazu bei, dass wir in dieser Woche auch Klettersteigtouren machen konnten und begannen am 01. Sept. mit 9 Pers., mit dem sehr langen und steilen Ferrata Bolver – Lugli (C-D). Wir fuhren mit der  Bergbahn bis zum Col Verde hoch und bewältigen von dort bis zum Einstieg auf ca. 2280m den steilen Aufstieg in 1 Std.

Vom Einstieg wurden ca. 200 m im freien Klettern II/III bis zur Seilversicherung überbrückt. Von dort ging es an der sonnendurchfluteten westlichen Wand des Cimon della Palla 3148m (Matterhorn der Dolomiten) steil und ausgesetzt hoch bis zur Biwakschachtel auf 3005m.

Von hier ein traumhafter Blick auf den höchsten Palagipfel „Cima della Vezzana“ 3192m, der genau vor uns stand. Leider fehlte uns die Zeit um den Gipfel zu besteigen.

Der lange Abstieg über den Passo del Travignolo ins steile Valle di Cantoni das mit Schneefeldern, viel Geröll und kleineren Kletterpassagen aufwartete, war sehr beeindruckend, nicht zuletzt auch durch die bis zu 800m hohen seitlichen Felswände.

Noch zwei zusätzliche Auf- und Abstiege, dann lag das lang erwartete Rifugio Rosetta vor uns, wo der Rotwein besonders gut schmeckte. Mit der letzten Bahn ging es zurück nach San Martino.

Die beiden nächsten Klettersteige nahmen wir mit 7 Pers. am 05. Sept. in Angriff-

Ferrate del Porton(C-D) und del Velo (C).

Mit der ersten Rosetta Bahn früh morgens bis zur Bergstation auf 2600m bei strahlendem Sonnenschein und einer Bergsicht, wie man es selten erlebt, aber einem sehr kalten Wind der uns zwang die ersten beiden Stunden ins Val di Roda mit Handschuhen und Mütze abzusteigen.

Nachdem wir dann zum Passo di Ball aufgestiegen waren und das Rifugio Pradidali vor uns lag, war uns warm geworden und die kurze Hose war angesagt.

Ein kurzer Abstieg ins Val Pradidali und wir hatten die schönsten Kletterfelsen mit den

wohl klingenden Namen um uns versammelt: Pala di San Martino, Campanile Pradidali, Cima Canali, Sas Maor, Cima della Madona,…..alles Berge zwischen 2700-3000m hoch.

Durch eine tief eingerissene Schlucht mit Schneefeld stiegen wir an der Ostwand der

Cima di Ball 2802m in den Porton Klettersteig ein. Die ersten 150 m waren sehr steil aber gut gesichert, dann ging es in einer langen ansteigenden Querung immer mehr in  eine düstere sehr steile Schutt Rinne hinein, die wir die letzten 100m wie Vierfüßler hochsteigen mußten. 

Dann noch 50m im Seil und nun standen wir mit einem Prachtblick vor der bekannten „Schleierkante“.

Der Weiterweg führte über einen großen ab- und ansteigenden Bogen direkt zum Sockel der

Cima della Madonna, wo der Ferrata Velo begann.

Dieser Klettersteig war aus unserer Begehrichtung immer absteigend, also rückwärts, was dem einen oder anderen eine neue Variante des Klettersteiggehens eröffnete.

Schlüsselstelle war eine tief eingerissene Schlucht, die mit Bügeln aber  gut gesichert war.

Noch ein kurzer Aufstieg zum Rifugio Velo della Madonna und wir hatten unser Tagesziel erreicht: eine Traumaussicht, schöne Hütte mit Wirtin, beste Spaghetti, super Wein und wunderbare Lieder von einem Gruppe italienischer Bergsteiger-- Herz was willst du mehr!

Der 3- stündige Rückweg war kurzweilig, immer an den Felssockeln der westlichen Pala entlang mit schönen Talblicken, durch herrliche Wälder und Blumenwiesen unserem

lieb gewonnenen San Martino entgegen.