Naturschutzaktion

Liebe Jugenleiter, Famliengruppenleiterinnen, Tourenleiter und Referenten,

der Naturschutz ist eines der wichtigsten Ziele des Alpenvereins. Auch wir wollen uns mit vielfältigen Aktivitäten gerne beteiligen und einen Beitrag dazu leisten.

Förster Stefan Kempf, der für die Sektion Wangen schon wiederholt Waldführungen durchgeführt hat, hat bei mir angefragt, ob es möglich wäre, daß wir eine gemeinsame Waldschutzaktion durchführen könnten. Er bräuchte Freiwillige für einen Arbeitseinsatz im Wald. Es müssen Verbissschutzkappen bei jungen Weisstannen angebracht werden. Hierzu könnte er bis zu 30 Freiwillige brauchen, jung und alt (auch Kinder können mithelfen), die in einer gemeinsamen Aktion an einem Freitagnachmittag Zeit haben. Es ist keine „dreckige Arbeit“, es benötigt nur warme und reißfeste Kleidung wegen der Brombeersträucher und gutes Schuhwerk.

 

Bitte macht Werbung in euren Gruppen und in eurem Umkreis. Es wäre super, wenn wir mit einer tatkräftigen Truppe helfen könnten.

 

Wann?

Freitag, 17.11.17 um 14.15 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz Finanzamt Wangen

Einsatzort: beim Elitzer Weiher (siehe Plan)

 

Die Aktion dauert bis zum Eintreten der Dämmerung, also ca. 3 Stunden Danach gibt es noch einen kleinen Imbiss.

 

Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen!

Im Namen des Vorstandsteam

Rainer Willibald

 

P.S.: Bitte kurz Bescheid geben wenn ihr kommen könnt und mit wievielen Helfern:

mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                             Tel: 08380/388

 

Warum machen wir das ?

 Hintergrundinformationen von Förster Stefan Kempf:


90% unseres Waldes in Mitteleuropa wäre ohne menschlichen Einfluss Buchenurwald, hier bei uns im Allgäu allerdings Buchen-Weißtannenurwald.
Aus wirtschaftliche Gründen, aber auch aus der Not heraus, große Kahlflächen (Reparationshiebe der Franzosen nach dem 2. Weltkrieg) schnell wieder in Wald zu überführen, wurden in Deutschland diese Flächen mit Fichten wiederaufgeforstet.
Fichten haben gegenüber Laubholz und Weißtannen den Vorteil, frostunempfindlich, und für Rehwild und Wühlmäuse als Futter unattraktiv zu sein.
Außerdem wachsen sie schnell und produzieren hochwertiges Bauholz und Papierholz. So entstanden in Süddeutschland riesige Fichtenmonokulturen, wo von Natur aus eigentlich Mischwald aus Tanne und Buche vorherrschend wäre.
Fichte würden bei uns nur selten im Naturwald vorkommen, hauptsächlich an Moorrändern und in felsigen Hochlagen der Alpen.
Mit zunehmender Klimaerwärmung zeigten sich allerdings in den letzten Jahrzehnten die gravierenden Nachteile der Fichte, vor allem, wenn sie im Reinbestand ohne weitere Mischbaumarten gepflanzt war:
Fichten wurzeln , vor allem auf staunassen Böden, nur sehr flach und sind dadurch extrem sturmwurfgefährdet.
Außerdem sind sie (auch wieder vor allem als Reinbestand) sehr anfällig für Schadinsekten. Hauptschädling ist eine Borkenkäferart, der Buchdrucker, der in trockenen Sommern zur Massenvermehrung neigt und hunderte von Hektaren Fichtenwälder innerhalb wenige Monate vernichten kann. Das Holz der durch Borkenkäfer getöteten Fichten ist zwar noch verwertbar , aber zu geringeren Preisen.
All diese Nachteile hat die Tanne nicht, sie hat keine zur Massenvermehrung fähigen Schädlinge, besitzt eine tiefwurzelnde Pfahlwurzel und ist somit seht sturmstabil. Sie wird auch nach Rindenverletzungen nicht von Fäulnispilzen befallen wie die Fichte.
Aber sie wird als junges Bäumchen extrem gerne vom Rehwild verbissen und ist durch überhöhte Rehwildbestände (Rehe sind eine der wenigen Tierarten, die von unserer Kulturlandschaft profitieren und sich nach dem 2. Weltkrieg stark vermehrten) sehr selten geworden.
Rehe beißen hauptsächlich im Winter, wenn außer Brombeeren wenig anderes Grünfutter verfügbar ist, mit Vorliebe die Gipfelknospen von den Spitzen der jungen Tannen ab. Erfolgt dies immer wieder über mehrere Winter, geht die junge Tanne ein oder wird von Brombeeren überwachsen.
Somit wäre die Tanne für die nächsten Waldgenerationen verloren, obwohl wir sie wegen globaler Klimaveränderung nötiger brauchen als je zuvor!

Dies wollen wir durch Anbringen von Plastikschutzkappen vor dem Winter an den Gipfeltrieben der jungen, 10 cm bis 1,3 m hohen Tannen verhindern. Frisst das Reh nur wenige Seitentriebe der jungen Tannenbäumchen, ist das für die Pflanze nicht tragisch, die Knospe des nach oben wachsenden Mitteltriebes ("Stämmchen") muss aber unversehrt bleiben, um der Tanne ein Überleben zu ermöglichen!